Aktuell

Aktion Tagwerk 2022

Schülerinnen und Schüler der IGS Am Nanstein/Landstuhl setzen ein Zeichen der Solidarität in Zeiten der Pandemie und des Krieges und unterstützen die Hungerhilfe im Mathare-Slum in Nairobi/Kenia.

Am 11. Juli 2022 veranstalteten die Schülerinnen und Schüler den „Tag für Afrika“. Die Kinder und Jugendlichen arbeiteten für einen Tag zu Hause in ihrem Elternhaus, in kleineren Betrieben, bei Nachbarn oder den Großeltern und leiteten ihren „Verdienst“ als Spende für ein Projekt in Kenia weiter.

Dort werden in Zusammenarbeit mit der Universität Trier und dem Verein „Bildung fördert Entwicklung“ schon seit einigen Jahren verschiedene Projekte (Ausstattung von informellen Schulen in Slumgebieten in Nairobi, Errichtung von Klassenzimmern, Kostenübernahme des Essens für Schüler, …) gefördert. In diesem Jahr ereilte uns als Schulgemeinschaft ein Notruf aus Nairobi. Ausgelöst durch den Ukrainekonflikt und die enorm steigenden Preise für Getreide und Grundnahrungsmitteln kommt es in weiten Teilen Kenias zu einer Hungerkatastrophe.

Durch unseren direkten Kontakt nach Nairobi konnten wir einen großen Teil der Spenden zeitnah nach Kenia weiterleiten und somit direkt vor Ort vielen Menschen helfen. Ein Dank hierbei gilt besonders Herrn Dr. Nebe, der direkt vor Ort war und auch unsere Spende sinnvoll eingesetzt hat.

Nachfolgend einige Impressionen, aufgenommen von Herrn Dr. Nebe:

Erwartungsvoll stehen fünf Personen (links John Wesonga) vor dem Eingang der Mathare Community Centre Library mit Taschen voll mit Maismehl, Kochöl, Reis und Seife für zehn Familien im Slum Mathare-Huruma.

An unbeschreiblich stinkenden wilden Müllhalden vorbei, geht es zu noch schlimmeren Eindrücken von tausenden Slumhütten, in denen ein würdevolles Leben überhaupt nicht vorstellbar ist.

Aus einer dieser dunklen Hütten trete ich geblendet in das glitzernde Tageslicht und mein Gefühl ist unbeschreiblich traurig über das, was ich gerade gesehen habe. Mütter und Kinder, die hier ein Leben fristen müssen, ohne Hoffnung zu haben, jemals ein besseres Leben haben zu können. Der kenianische Staat versagt hier jegliche Fürsorge!          

Das Blitzlicht des Fotoapparates gibt unserem Besuch etwas Helligkeit. Die Augen sind voller Freude und Dankbarkeit, eine Tüte mit unseren Geschenken in Empfang zu nehmen. Wir sind sehr berührt und beschämt zugleich, diese Not der Menschen hautnah zu erleben.

Der Krankheitsstand der Kinder sowie der Single-Mothers ist unglaublich groß. John Wesonga sagt spontan medizinische Betreuung zu. Dafür stellt unser Verein die notwendigen Finanzmittel bereit. Die im Slum Mathare ansässigen „German Doctors“ werden sich jetzt um eine medizinische Betreuung kümmern.

In einem anschließenden, von John Wesonga moderierten „Round Table Talk“, wurden von mehreren Familien Strategien entwickelt, wie Abhilfe geschaffen werden könnte.

Diese Diskussion hat bereits Früchte getragen. Durch unsere finanzielle Unterstützung können nun notwendige Küchengeräte gemeinsam gekauft und von mehreren Familien benutzt werden.

John Wesonga sei herzlich gedankt, dass er Wege aufzeichnen konnte, wie nun auch der Zusammenhalt der Familien untereinander gestärkt werden konnte.

 

Die gesäte Saat scheint Früchte zu tragen (siehe Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 6, Vers 7).